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»Mein Kopf wird euch auch nicht retten«

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»Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer«

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Österreicher in der Roten Armee 1941 – 1945

Einleitung

Inhaltsverzeichnis

Sonderbrigade OMSBON

Die Antifaschulen

Personenregister

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Österreichische ÖkonomInnen der ArbeiterInnenbewegung

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Österreichische Remigration aus der Sowjetunion

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Bin ich ein guter Soldat und guter Genosse gewesen?


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Österreicher in der Roten Armee 1941 – 1945

In der Sonderbrigade OMSBON

Von Kriegsbeginn bis Anfang August 1941 wurden vom Innenministerium der UdSSR nach einem Beschluss des ZK der WKP(B) und der Komintern mehr als 1.000 ausgewählte Politemigranten, Freiwillige der Roten Armee aus Bulgarien, Deutschland, Finnland, Jugoslawien, Österreich, Polen, Spanien, der Tschechoslowakei, Ungarn, den USA und Vietnam zum aktiven Einsatz in einem internationalen Regiment innerhalb der OMSBON, Teil der Vierten (Partisanen-) Verwaltungsabteilung des NKWD der UdSSR, zusammengefasst. Die OMSBON entstand am 16. Oktober 1941 durch das Zusammenlegen zweier Brigaden, welche gleich zu Kriegsbeginn vom NKWD aufgestellt worden waren, und 800 Komsomolzen. Das zweite Regiment dieser Sonderbrigade umfasste 2.500 Sowjetbürger, darunter 1.500 Moskauer Partei- und Komsomol-Funktionäre, Mitarbeiter der Aufklärung und Gegenaufklärung sowie 400 sowjetische Studenten und Lehrer der Hochschule für Körperkultur und der Moskauer Sportorganisation Dynamo. Die OMSBON war zeitweise General Pawel Sudoplatow unterstellt, der am 5. Juli 1941 zum Leiter der Abteilung für Sonderaufgaben ernannt worden war.

Zur Ausbildung gehörten: körperliches Training, Schießen, Kampftaktik, Topographie, Orientierung, Sprengen und Minenlegen, Zweikampf, Selbstverteidigung ohne Waffe, Fallschirmabsprung, Lenken eines Autos und Motorrads, Erste Hilfe, Radio, Funk, Anpassung an das Leben und den Kampf unter den rauen Bedingungen der Partisanen, Überleben als Einzelner.

Folgende Aufgaben wurden der Sonderbrigade gestellt: Unterstützung beim Aufbau einer großen Partisanenbewegung, Hilfe für die illegalen sowjetischen Parteifunktionäre, tiefgreifende Aufklärung, Aufdecken der Pläne des faschistischen Kommandostabes, Hilfe für die Rote Armee durch Aufklärung, Diversionsakte und Kampfaktionen, Desorganisation hinter der deutschen Front, Gegenaufklärungs-Operationen, Strafaktionen gegen grausame deutsche Verbrecher oder Verräter der Sowjetunion.

Im Dynamo-Stadion in Moskau, dem Sammelpunkt, trafen 800 Sportler und ihre Ausbildner, Meister des Sports der UdSSR ein. Einige Hundert antifaschistische Freiwillige oben genannter Nationen, darunter ca. 40 österreichische Politemigranten-Kommunisten (ehemalige Schutzbündler, Spanienkämpfer, Parteifunktionäre) begegneten hier berühmten, hochdekorierten sowjetischen Sportlern, wie den Brüdern Znamenski, Kaptschinski, Dolguschin, Koroljow, Schtscherbakow, Uster, Sabara, Katulin, Winnitschenko u.a. Mehr als 300 Frauen schlossen sich ebenfalls der Sonderbrigade an. Alle wurden am Schießplatz in Zelten untergebracht, eingekleidet und erhielten eine Spezialausrüstung inklusive Waffen. Die Österreicher bildeten einen eigenen Zug im internationalen Bataillon, den Anton Dobritzhofer als Kommandant befehligte. Das Stadion und der Schießplatz Mytischtschi nordöstlich von Moskau waren die ersten Ausbildungsstätten für die Soldaten der Sonderbrigade. Insgesamt meldeten sich im Verlaufe des Krieges mehr als 10.550 Personen zur OMSBON.

Nach der Niederlage der Hitler-Truppen vor Moskau wurden einzelne Mitglieder der österreichischen Gruppe der Politemigranten in der OMSBON vom NKWD, der Komintern und dem Generalstab der Roten Armee zu anderen Aufgaben abkommandiert. Diese Soldaten wurden zur 'besonderen Verwendung' ausgebildet, sie sollten nicht als eigene Kampftruppe, sondern zur Unterstützung anderer Truppen eingesetzt werden, einzeln oder in kleineren Gruppen – an der Seite sowjetischer Partisanen, als Kundschafter, im Nachrichtendienst, für bestimmte geheime Aufgaben. Lt. Pawel A. Sudoplatow „kämpften mehr als 2.000 internationale Soldaten und Offiziere heldenhaft an der Front des ‚Geheimen Krieges’, der Aufklärung“.